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Symbiose von Bau und Kunst am Gewerbepark Schönefeld

Spatenstich und Ausstellungseröffnung

Berlin-Schönefeld, den 9.4.2003: Die HVB Immobilien AG beginnt mit dem Spatenstich am Gewerbepark Schönefeld die weitere Erschließung des Areals und eröffnet das begleitende Land Art Werk "Zwischenwege".

Während in Berlin und Brandenburg noch immer über das Privatisierungsverfahren zum Ausbau des Flughafens Schönefeld zum internationalen Airport Berlin Brandenburg International (BBI) diskutiert wird, setzt der Investor HVB Immobilien AG mit der Entwicklung des Gewerbeparks Schönefeld bereits heute ein deutliches Zeichen für den Standort. Im Rahmen einer Public Private Partnership hat die HVB Immobilien AG gemeinsam mit der SP Projektentwicklung Schönefeld GmbH & Co. KG und der Gemeinde Schönefeld mit den ersten Erschließungsmaßnahmen für die notwendige Infrastrukturanbindung an den neuen internationalen Flughafen begonnen. Die Maßnahmen zur Verkehrserschließung des Areals werden mit der Erweiterung der Hans-Grade-Allee bereits im Februar 2004 abgeschlossen sein. „Die Hans-Grade-Allee wird zur Haupterschließungsstraße, die über die Anschlussstelle West die B96a mit der Rudower Chaussee verbindet. Der Spatenstich für die Brücke zur künftigen Anschlussstelle West über die Bahn zur B96a am Südrand des Gewerbeparks Schönefeld ist nun ein weiterer Anstoß für den Flughafenausbau. Mit dieser Baumaßnahme schaffen wir die wichtigste Verkehrsanbindung des Standortes Schönefeld", so Hugo Gensler, Vorstand der HVB Immobilien AG, über das bauliche Engagement vor Ort. Zum Spatenstich für den Brückenbau werden Landrat Martin Wille (Landkreis Dahme-Spreewald), Joachim Wolff (Bürgermeister der Gemeinde Schönefeld), Dr. Udo Haase (Amtsdirektor Amt Schönefeld) und Hugo Gensler erwartet.

Straßen- und Brückenbau sind die Grundvoraussetzungen für die Erschließung des Standortes Schönefeld. Sie erst schaffen die notwendigen Verbindungen, überwinden die Grenze zwischen Gewerbepark und Flughafen und eröffnen somit neue Perspektiven und Wege. Die verschiedenen Bauphasen werden künstlerisch begleitet von der außergewöhnlichen Land Art Projektreihe KUNSTFELDER, einem „deutschlandweit einzigartigen Projekt“ (Märkische Allgemeine Zeitung). Inspiriert von den Bauaktivitäten vor Ort spielt die Land Art Kunst mit der Dynamik der Baustelle. Als Folge erscheint das Areal des Gewerbeparks unter einem besonderen Blickwinkel: Die noch unbebauten Flächen des Baufeldes werden im Rahmen der Land Art Projektreihe zu KUNSTFELDER(N) und ziehen das Interesse von Besuchern auf sich, die damit einen ungewöhnlichen und intensiven Zugang zum Baugebiet erhalten.

Nach dem großen Erfolg des ersten Projektes smooth, das sich mit dem äußerst aktuellen Thema erneuerbare Energien auseinandersetzte, werden die KUNSTFELDER nun mit Zwischenwege von Egidius Knops fortgesetzt. Zwischenwege greift die Thematik der Wegfindung für das Areal auf. Der bekannte niederländische Bildhauer Egidius Knops realisiert aus den für Baustellen typischen Materialien Erde und Stahl eine siebenteilige Objektreihe. In Korrespondenz zu den Erschließungsmaßnahmen des Geländes setzt der Künstler Akzente in die Landschaft, markiert Zwischenwege und schafft damit neue Positionen und Ausblicke. Die Veränderungen der Umgebung werden durch die Zwischenwege aufgenommen und interpretiert als Ort der Bewegung und Entwicklung.

Die HVB Immobilien AG hat die Land Art Projektreihe KUNSTFELDER ins Leben gerufen, um auf diese in Deutschland noch eher unbekannte Kunstrichtung aufmerksam zu machen. "Mit unserem Engagement kommen wir der Verpflichtung der Wirtschaft nach, Kultur zu fördern und dabei auch die kulturelle Vielfalt zu sichern. Um dies nicht losgelöst von unserer eigentlichen Tätigkeit als Projektentwickler zu praktizieren, wurde die Baustelle des Gewerbeparks Schönefeld als Ort dieser künstlerischen Ereignisse ausgewählt," erläutert Hugo Gensler, Vorstand der HVB Immobilien AG. So verbinden sich Baugeschehen und Kunst zu einer willkommenen Symbiose: Die Kunst lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wachsen und Werden des Standortes und gibt ihm eine eigene, unverwechselbare Identität. Die Besonderheiten der Baustelle mit ihren Erschließungsmaßnahmen für Gewerbepark und Infrastruktur wiederum sind Ausgangspunkt für die Arbeit der Künstler und beeinflussen die Wirkung der KUNSTFELDER auf die Besucher.

Entsprechend des künstlerischen Ansatzes, Wirtschaft und Kunst zu verbinden, setzt die Zukunft des Airports BBI den thematischen Rahmen für die KUNSTFELDER. Abhängig von der Realisierung des Flughafens und der damit verbundenen Entwicklung des Gewerbeparks Schönefeld wird es im Jahr 2003 zu weiteren Land Art Projekten kommen. "In der endgültigen Entscheidung zum Beginn des Flughafenausbaus sehen wir eine Initialzündung für die Weiterentwicklung des Gewerbeparks und damit auch für künftige Land Art Projekte. Es ist Zeit, aktiv zu werden und deutliche Zeichen zu setzen“, fordert Hugo Gensler die verantwortlichen Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft auf.

Die Verbindung von Kunst und Bauen hat für die HVB Immobilien AG bereits Tradition. Das Klangkunstforum (1999-2001) in den Park Kolonnaden am Potsdamer Platz fand große Beachtung und wurde 2001 mit der Anerkennung des internationalen „Financial Times Cerec Award“ in Brüssel ausgezeichnet. Die Oberbaum City in Berlin-Friedrichshain wird ab Mai diesen Jahres in einem ganz besonderen Licht erstrahlen und mit innovativer Recycling-Kunst neue Akzente setzen. Auch in den Fünf Höfen in München, dem größten Innenstadtprojekt Deutschlands, wird der Anspruch „Living Culture“ gelebt. Mit der erfolgreichen Verbindung von Kunst, Wohnen, Arbeiten und Shopping entstand hier ein neuer Anziehungspunkt in der Münchner City.

Zwischenwege – Objekte aus Erde und Stahl - Ein temporäres Kunstprojekt von Egidius Knops
Zwischenwege, das zweite temporäre Projekt im Rahmen der Land Art Projektreihe KUNSTFELDER, ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Orientierung. Sieben Objekte aus Erde und Stahl platziert der Künstler Egidius Knops entlang eines „roten Fadens“ auf dem Gelände des Gewerbeparks Schönefeld.

Der Künstler
Egidius Knops ist ein international anerkannter niederländischer Bildhauer und Maler mit Wohnsitz in Berlin. In seinen Arbeiten fertigt er bis zu sieben Meter hohe Stahl-Skulpturen und verwendet dabei meistens Chromnickelstahl. Die Oberfläche der geschweißten Skulpturen schleift und poliert er und verwandelt sie zu rhythmischen, manchmal spielerisch wirkenden abstrakten Kompositionen. Das Spiel mit den Primärfarben rot, gelb und blau unterstreicht die Leichtigkeit der Skulpturen, die je nach Lichteinfall in verschiedenen Farbnuancen leuchten. Geometrische Elemente bilden die Basis seines bildhauerischen Formenkanons. Komponiert werden diese strengen Formen mit organischen Elementen und Linien aus Stahl, die in Wellen die Kantigkeit umspielen. „Es entstehen Gebilde, die zart und zerbrechlich wirken. Auf faszinierende Weise machen sie das schwere Material vergessen. Ob Kleinplastik oder meterhohe Monumentalskulptur, die Werke von Egidius Knops erscheinen wie formgewordene Launen“, schreibt Die Welt über die Arbeiten des Künstlers, die u.a. in Rom, Amsterdam, Berlin, Rostock und Leipzig zu sehen sind. Als Maler widmet sich Knops bevorzugt einem übergeordneten Thema, das er in Serien umsetzt. Großformatige Leinwände zeigen beispielsweise die Auseinandersetzung mit der griechischen Mythologie oder der geometrischen Formensprache.

Kunst im öffentlichen Raum
Knops‘ Erfahrungen im künstlerischen Umgang mit dem öffentlichen Raum resultieren aus drei Jahrzehnten. Sein erstes Land Art Projekt schuf er bereits 1968. Damit gehört er zu den Pionieren der Land Art in Europa. Sein Raumbewusstsein und sein Gespür für Dimensionen sind die Grundvoraussetzungen für das funktionierende Zusammenspiel zwischen Urbanität bzw. Natur und Kunst. Mit der Aussage „Ich mache Kunst für die Öffentlichkeit, nicht nur für mich“, stellt der Künstler sein besonderes Anliegen in den Vordergrund. Kuratorin Anette Schwarz über Knops‘ Arbeiten im öffentlichen Raum: „Die Skulpturen von Egidius Knops schreiben sich wie Zeichen in den Raum, verändern ihren Charakter je nach Standort des Betrachters und fordern diesen auf, sich dem Spiel von Gegensätzen und Spannungen zu überlassen. Diese Wirkung wird durch die Bearbeitung des Materials unterstrichen.“

Zwischenwege
Die Idee zu dem Projekt Zwischenwege lieferte die Baustelle selbst. Mit Erde und Stahl verwendet der Künstler Materialien, die für Baustellen typisch sind. Auch er baut und muss dabei dem Prinzip der Statik folgen, indem er die Erde als Fundament des Stahls einsetzt. Auf diese Weise entstehen 2-3 m hohe Skulpturen, deren auffälligstes Merkmal die Balance zwischen Schwerkraft und Leichtigkeit ist. 2 cm starke Cortenstahlplatten in den Größen 2 m x 3 m bzw. 2 m x 2 m werden in unterschiedlichen Varianten in Korrespondenz zu den Erdhügeln angeordnet.

Die Skulpturen sind Landmarken und Zeichen entlang eines Weges ohne erkennbaren oder begründeten Anfang und ohne entsprechendes Ende. In Korrespondenz zur Bahntrasse, zum Baufeld und zur Hans-Grade-Allee fordern sie den Betrachter auf, das Gelände zu erkunden, Blickrichtungen zu ändern und (Zwischen-)Wege zu beschreiten, die temporären Charakter haben. Der „rote Faden“ ist ein 40 cm breiter Streifen, der sich U-förmig durch die Landschaft zieht. 20 cm davon wurden eingesät, die anderen 20 cm sind von rotem Ziegelsplitt bedeckt. Als Verbindung zwischen den sieben Objekten strukturiert der „rote Faden“ das Areal und ermöglicht eine Orientierung auf dem Baufeld.

Insgesamt erstrecken sich die Zwischenwege auf 500 m Länge. Der ursprünglich im Rahmen der Bauarbeiten zur Hans-Grade-Allee abgetragene Mutterboden bildet die Ressource für das Kunstprojekt. Etwa 150 m³ des Mutterbodens wurden in den Skulpturen verbaut.

Die bei Land Art durch Witterung und Naturprozesse hervorgerufenen typischen Struktur- und Farbveränderungen werden auch am Projekt Zwischenwege ihre Spuren hinterlassen. Der fruchtbare Mutterboden wird Vegetation hervorbringen, und die zunächst leicht rostige Oberfläche des Cortenstahls wird im Laufe der Zeit durch zunehmende Oxidation in einem intensiveren Orange erscheinen. Die Ziegelsplittspur nimmt die Farbigkeit der Stahlflächen auf und verändert je nach Feuchtigkeit ihre Leuchtkraft. Besonders spannend wird die Beobachtung der Wachstumsphasen des eingesäten Bodenstreifens. Nach etwa 6 bis 8 Wochen werden aus dem Saatgut Blumen in verschiedenen Orange- und Rottönen wachsen. Die Zwischenwege lassen sich damit als Chiffre für die Situation vor Ort lesen: Wohin werden die Wege einmal führen, wer wird sich auf ihnen bewegen und wann wird es hier eine blühende Landschaft geben?

Weitere Informationen und die Lebensläufe des Künstlers sowie der Kuratorin finden Sie in der angehängten Acrobat-Reader-Datei (PDF).

Internet-Auftritt: www.kunstfelder.com

Zum Download: PDF-Datei

Ihre Ansprechpartner
HVB Immobilien AG
Projekt Gewerbepark Schönefeld
Tel. 030 29391-506
www.hvbimmobilien-ag.de
www.gewerbepark-schoenefeld.de

Kuratorin
Anette Schwarz
Tel. 030 39876603
www.schwarz-arts.de